Florian Homm im aktienkaufen24.com-Interview

Der Ex-Milliardär Florian Homm im aktienkaufen24.com-Interview

 

Guten Tag, Herr Homm, Ihr neues Buch trägt den Titel „Der Crash ist da“. Woran machen Sie das fest?

F.H.: Der globale Bärenmarkt wurde Ende Dezember mit einem Crash von 21 % eingeläutet. Das ist die Definition von einem Crash, also ein Verlust von über 20 % von den Höchstständen. In 83 % aller Fälle folgt darauf eine Rezession innerhalb von spätestens 15 Monaten.

Welche Möglichkeiten gibt es im aktuellen Umfeld, ertragreich (bei kalkulierbarem Risiko) zu investieren?

F.H.: Genau das sprechen wir im Buch, aber auch in unserem Börsenbrief an:
Gute Anleihen mit Renditen von 4,3 % bis 8,75 %
Gold, andere Edelmetalle – jetzt einsteigen
Inverse ETFs als Absicherung
Aktien mit mehr als 100 % und mehr Potenzial auf Sicht von 18 Monaten, die komplett
konjunkturunabhängig sind (Tenbagger – ein Peter-Lynch-Konzept)
Absicherungsmöglichkeiten der Positionen (dadurch lässt sich das Risiko besser kalkulieren) mit inversen ETFs.
Die entscheidenden Megatrades: Zinsen, Yen, 10 Bagger , VIX Futures, Währungsreform, Gold und Silber perfekt kalibriert, die besten Shorts.

In „Der Crash ist da“ gehen Sie auch auf die Auswirkungen von technologischen Trends ein. Sehen Sie diese als Fluch, Segen oder eine Mischung aus beidem? Bitte argumentieren Sie Ihre Meinung.

F.H.: Digitalisierung führt aktuell noch zu leicht steigenden Beschäftigungszahlen. Dieser Trend wird mittelfristig zunehmend negativ und beschleunigt sich ab 2023.
Diese disruptiven Trends ersetzen die Menschen in fast jeder Branche. Auch das E-Auto wird etliche
Arbeitsplätze vernichten und relativ wenige neue schaffen.

Welche Analysemethoden wenden Sie zur Auswahl vielversprechender Aktien an?
Investieren Sie long oder short?

F.H.: Wir nutzen 23 Kriterien. Hier einige der wichtigsten:
PE/Growth
EK-Rendite
Free-Cashflow-Rendite
Börsenwert/Innerer Wert
Non-lineare DCF-Methode
Wertvernichter oder Wertzerstörer
Hohe positive Optionalität
Chance/Risiko-Verhältnis adjustiert auf Wahrscheinlichkeitsszenarien
Insider-Käufe und -Verkäufe
Wiederbeschaffungswert (Replacement Value)
SOP – Sum of the Parts
Quantitative, algorithmische und KI-Modelle verbunden mit Bandbreiten-Bewertungen auf Branchen, Unternehmen und Indizes
und etliches mehr
(alles im Buch)

In Ihrem Buch „Kopf, Geld, Jagd“ erwähnen Sie, dass Sie für den legendären Fonds-Manager Peter Lynch bei Fidelity gearbeitet haben. Wie sah ein typischer Arbeitsalltag von Ihnen bei Peter Lynch aus?

F.H.: 12 bis 14 Stunden während der Woche plus Samstag 4 bis 8 Stunden
3 Firmengespräche pro Tag
20 Analystengespräche zwischen 90 Sekunden und 5 Minuten
Lektüre von Geschäftsberichten
Kein Austausch oder Gespräch über Privates oder Persönliches
Kein „How are you“-„Blödsinn“, Zero Zeitverschwendung

Welche 3 wichtigsten Erkenntnisse/Fertigkeiten haben Sie aus diesem Job bei Peter Lynch mitnehmen können? Profitieren Sie noch heute davon?

F.H.: Ja – signifikant, immer noch – jeden Tag.
Was sind die Gewinn- bzw. Verlust-Treiber und -Faktoren in 69 Branchen? Price Earnings to Growth Ratio (PEG)
Competitive Research
Volatilität der Erträge
Antizyklisches und konträres Investieren

Sie schreiben in Ihrem Buch „Kopf, Geld, Jagd“ auch, dass Sie sich, wenn es Ihnen alleine ums Geld gegangen wäre, zum Beispiel auf dynamisches Value Investing fokussiert hätten, und vertreten die Meinung – ich zitiere: „Richtig angewendet erzeugt keine andere Anlagetechnik langfristig überlegenere, risikoangepasstere Anlagerenditen.“

F.H.: Wer es kann, schafft mit dem Stan-Druckenmiller-Long/Short-Ansatz: Top Makro, Top Mikro und abgesichert noch viel bessere Returns. Das ist auch mein Ansatz seit Jahren. Dieser Stil überfordert aber viele Investoren, weil man long und short sein muss! Auf
der Mikro-(Unternehmen)-Long-Schiene stehe ich zu dynamischem Value

Was verstehen Sie unter „dynamischem Value Investing“?

F.H.: PEG unter 2., wenig zyklisch, hohe EK-Rendite, geringe Kapitalkosten, hoher Free Cashflow, hohe Eintrittsbarrieren, Spitzenmarktpositionierung, faire oder attraktive
Bewertung, Wachstum, hohe Cash-Bestände, wenn man nichts Passendes mehr findet …

Stopps nachziehen, um Volatilität zu reduzieren. Weniger als 50 Positionen.

Sind Sie noch immer der Meinung: „Richtig angewendet erzeugt keine andere Anlagetechnik langfristig überlegenere, risikoangepasstere Anlagerenditen“? Wenn ja, erläutern Sie bitte Ihre Meinung.

F.H.: 20 % bis 30 % pro Jahr sind möglich. Letztes Jahr hatten wir einen Return von 25 % nach Kosten. Der maximale Monatsverlust war 1,4 %. Es gab nur einen. Unsere Performance war besser als alle 7000 Fonds in unserer Peer Group.

Betreffend Ihrer „Auszeit“ vor einigen Jahren: In „Kopf, Geld, Jagd“ beschreiben Sie Ihren Ausflug in die „Verlorene Stadt“ (Ciudad Perdida) im Norden Kolumbiens. Würden Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen?

Aktienkaufen24: Herr Homm hat mir gestattet, das Kapitel über seine „Reise zur Verlorenen Stadt“ hier zur Verfügung zu stellen. – Vielen Dank dafür! Nachfolgend das Kapitel als Download. Viel Vergnügen beim Lesen!

Wie sehen Sie die Entwicklungen der Weltwirtschaft sowie jener der wichtigen Aktienmärkte (USA und Deutschland) in den nächsten ein bis drei Jahren?

F.H.: Wirtschaftsdynamik flaut aufgrund von „Crowding out Effekten“ durch zu hohe und weiter steigende Schulden, Zombie-Banken-Ländern-Unternehmen werden immer gefährlicher.
Finanzierung/REFI-Tsunami bis 2024 > 16,7 % der Weltwirtschaftsleistung pro Jahr – gab es noch nie!
Zunehmende sklerotische Börsen- und Wirtschaftsverhältnisse ähnlich wie in Japan (minus 70 % reale Verluste im Nikkei-Index seit 30 Jahren).
Finanzrepression steigt dramatisch.
Crash

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Alois Alexander Greiner – aktienkaufen24.com.

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