Psychologie der Superreichen

Psychologie der Superreichen
Das verborgene Wissen der Vermögenselite

Wie ticken Selfmademillionäre, die ein Vermögen zwischen 30 Millionen und mehreren Milliarden Euro aufgebaut haben? Gibt es Gemeinsamkeiten in der Persönlichkeit und den Verhaltensmustern dieser Überflieger? Wie denken und handeln diese Menschen und was kann man von ihnen lernen?

Der Immobilieninvestor und Autor DDr. Rainer Zitelmann stellte fest, dass die Gruppe der Superreichen – im Speziellen deren Persönlichkeit – eines der am wenigsten erforschten Gebiete in der Wissenschaft ist. DDr. Zitelmann schuf diesem Zustand ein Stück weit Abhilfe, indem er für seine zweite Doktorarbeit Interviews mit 45 Superreichen führte. Im Fokus stand die Persönlichkeit seiner Interviewpartner. Auf diese Weise wollte DDr. Zitelmann herausfinden, inwieweit gewisse Persönlichkeitsmerkmale und der Aufbau von Vermögen zusammenhängen könnten.
Die Ergebnisse seiner Forschung sind vor Kurzem als über 400 Seiten starkes Buch erschienen.

Freuen Sie sich auf die nachfolgende Buchbesprechung von “Psychologie der Superreichen“ mit einem Auszug der wichtigsten Persönlichkeitsmerkmale von DDr. Zitelmanns Interviewpartnern.

Befragt wurden größtenteils Selfmademillionäre, selten auch Personen, die zwar einen Teil ihres Vermögens geerbt hatten, diesen aber beträchtlich vermehrten.

DDr. Zitelmann entwickelte einen 12 Themenkomplexe umfassenden Leitfaden, mithilfe dessen er die relevanten Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster der von ihm interviewten Superreichen identifizierte.

Ein Punkt dieses Themenkomplexes ist zum Beispiel, wie optimistisch sich die befragten Personen einschätzen. Oder welche Rolle die bewusste Zielsetzung für den eigenen Erfolg spielt.
Weitere Punkte sind, welche Bedeutung Geld für den jeweiligen Interviewpartner hat oder wie wichtig die verkäuferischen Fähigkeiten für den eigenen finanziellen Erfolg sind.
Auch die Frage, wie Interviewpartner mit Rückschlägen und Krisen umgehen, nimmt eine wichtige Rolle ein.

Die fünf – aus meiner Sicht interessantesten Punkte – möchte ich folgend darlegen.

  • Kein Persönlichkeitsmerkmal erhält so viel Zustimmung wie das des Optimismus/Überoptimismus. Fast alle Interviewten schätzen sich als „ganz besonders optimistisch“ ein.
    Damit ist allerdings nicht stupides positives Denken gemeint, sondern Selbstwirksamkeit.
    Unter Selbstwirksamkeit beschreiben Psychologen, „was sich eine Person selbst zutraut, ob sie sich in der Lage sieht, bestimmte – auch schwierige – Situationen zu meistern“ (aus „Psychologie der Superreichen“).
    Die interviewten Superreichen definieren Optimismus unter anderem so, dass man „aufgrund der eigenen Fähigkeiten oder des Netzwerks, das man hat, oder des Intellekts, den man hat, auch immer wieder Lösungen findet, das Ganze zu bewältigen.“ Sie setzen also stark auf die eigenen Fähig- und Fertigkeiten.
  • Viele der befragten Superreichen geben an, eine klare Zielsetzung zu verfolgen. Sie setzen sich eindeutige, schriftliche und zeitlich terminierte Ziele.
    Manche tun dies ausschließlich im finanziellen Bereich, andere auch im persönlichen. So gibt ein Interviewpartner sein Wunschgewicht als klar definiertes Ziel an.
    Einige Interviewpartner setzen sich Ziele in regelmäßigen Abständen. Andere legen ihre Ziele jährlich fest. Diese überprüfen sie ebenfalls jährlich und werten aus, ob sie diese Ziele erreicht haben. Dann beginnen sie mit ihrer Zielsetzung wieder von Neuem.
    Manche der Interviewten arbeiten auch mit Visualisierungstechniken, von denen sie annehmen, dass diese für ihre Zielerreichung förderlich sind.
    Andere wiederum agieren ohne konkrete Zielsetzung
    Das schriftliche Setzen von Zielen kann laut dem Ergebnis der Interviews von DDr. Zitelmann eine Möglichkeit sein, die Chance zu erhöhen, um reich zu werden. Allerdings wird es aber bei Weitem nicht von allen Interviewpartnern angewendet.
  • Mit Geld verbinden die Interviewpartner unterschiedliche Vorteile. Unter anderem Sicherheit oder sich schöne Dinge leisten können. Allerdings geht bei diesem Punkt, wie bei vielen anderen auch, die Schere der Antworten weit auseinander.
    Lediglich ein Punkt eint fast alle Interviewpartner: Freiheit und Unabhängigkeit.
    An zweiter Stelle folgt „die Möglichkeit, mit dem Geld neue Dinge anzupacken, zu investieren“.
  • Verkäuferische Fähigkeiten sind ein Punkt, den die deutliche Mehrheit der interviewten Superreichen als essenziell für ihren Erfolg ansieht.
    Zwei Drittel der Interviewpartner sind davon überzeugt, dass die Fähigkeit, erfolgreich zu verkaufen, entscheidend zu ihrem Erfolg beigetragen hat.
  • Ein wesentliches Persönlichkeitsmerkmal der in „Psychologie der Superreichen“ interviewten Hochvermögenden ist der erfolgreiche Umgang mit Rückschlägen und Krisen. Es sticht heraus, dass die interviewten Hochvermögenden die Verantwortung für Rückschläge und Krisen übernehmen. Sie geben nicht den Umständen oder anderen Menschen die Schuld an der Misere. Damit sehen sie sich nicht als Opfer, sondern als Gestalter ihres Lebens.
    Dadurch behalten sie die mentale Kontrolle und können aktiv den Widrigkeiten entgegenwirken.
    Ebenfalls ist es wichtig, die Probleme offen gegenüber den betroffenen Geschäftspartnern (das können Banken, Investoren, Lieferanten etc. sein) zu kommunizieren.
    Die interviewten Personen sprechen davon, dass es darum geht, das Schlechte in etwas Gutes umzuwandeln.
    Viele berichten auch, „wie sie erst durch Krisen und schwere Rückschläge“ erfolgreich geworden sind.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass DDr. Zitelmann die in seinem Buch „Psychologie der Superreichen“ genannten Persönlichkeitsmerkmale nicht als Blaupause sieht. Es genügt also nicht, die Persönlichkeitsmerkmale zu übernehmen, um in die Liga der Superreichen aufzusteigen. Vielmehr weist DDr. Zitelmann daraufhin, dass es keine Kontrollgruppe gegeben hat, es ist also nicht untersucht worden, welche Persönlichkeitsmerkmale Menschen aufweisen (in diesem speziellen Fall wären wohl ehemalige Selfmademillionäre gemeint sein), die gescheitert sind. DDr. Zitelmann hält es für durchaus möglich, dass zum Beispiel die erhöhte Risikobereitschaft laut Aussage von vielen der interviewten Superreichen maßgeblich zu ihrem Erfolg beigetragen hat, und bei Menschen, die gescheitert sind, eine wichtige Rolle für ihr Scheitern gespielt hat.

Dennoch bleibt festzustellen, dass wahrscheinlich jeder von Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstwirksamkeit, verkäuferischen Fähigkeiten oder einem verantwortungsvollen Umgang mit Rückschlägen und Krisen profitieren wird, auch wenn er dadurch nicht automatisch in die Gruppe der Superreichen aufsteigt.

Für mich war dieses Werk ein außerordentlich spannendes und ich hatte große Freude, es zu lesen.

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