Value Investoren und Tec-Unternehmen

Warum investieren Value Investoren in Tec-Unternehmen (Apple, Amazon, Google & Co)?

Facebook, Apple, Alphabet (Google), Amazon & Co: Lange Zeit galten Aktien dieser Unternehmen unter Value Investoren als zu unsicher und zu teuer. Doch seit einiger Zeit scheint sich die Meinung im Lager der Value Investoren geändert zu haben.

Spätestens, als letztes Jahr Warren Buffett mit seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway in Apple investierte, scheint das Eis gebrochen zu sein.

Doch woran liegt das?
Auf der diesjährigen (2017) Hauptversammlung von Berkshire Hathaway wurde Buffett auch zu seinen Investments in Tec-Werte gefragt, und Buffett stand Rede und Antwort.

Alphabet (ehemals Google)
Über Alphabet sagte Buffett, dass er schon recht früh auf das Unternehmen gestoßen war und ihm auch die Möglichkeit geboten wurde, Google-Aktien kurz nach Googles Börsengang zu erwerben.

Ein Schlüsselerlebnis hatte Buffett, als er erfuhr, dass die im Besitz seiner Holdinggesellschaft befindliche Versicherung Geico (damals) 10 US-Dollar für einen Klick auf ihre Werbeanzeige bei Google zahlte.
Allerdings genügte dies damals nicht, um Buffett davon zu überzeugen, in Google zu investieren.
Heute spricht Buffett davon, dass Google ein Anzeigenmonopol (Google-Adwords) besitzt.

Amazon
Auch zu Amazon und dessen CEO Jeff Bezos äußerte sich Buffett. Er beobachtet seine Arbeit seit Langem, aber er glaubte nicht daran, dass Bezos sein Vorhaben so umsetzen konnte, wie er es mit seiner Vision bereits in den 90er-Jahren festgelegt hatte. Buffett irrte sich und resümierte in Anbetracht der verpassten Investmentchancen (Google & Amazon): „Das habe ich vermasselt.“

Apple
Von einem Aktionär gefragt, was seinen Wandel hin zu Tec-Unternehmen (in diesem speziellen Punkt das Investment in Apple) bewirkt habe, äußerte sich Buffett dahingehend, dass er Apple als Konsumgüterhersteller sehe und nicht als Tec-Unternehmen. Buffetts Geschäftspartner Charlie Munger meinte scherzend, entweder sei Buffett verrückt geworden oder er habe dazugelernt. Munger hielt das „Dazulernen“ für das Wahrscheinlichste.

Einer der bekanntesten deutschsprachigen Value Investoren, der Fondsmanager Dr. Hendrik Leber, investierte bereits einige Jahre vor Buffett in Apple. Der einer breiten Öffentlichkeit durch sein Buch „Der Crash kommt“ bekannt gewordene Value Investor Max Otte hat ebenfalls vor einigen Jahren zu Investments in Alphabet und Microsoft angeregt. So hat natürlich Buffetts Apple-Investment (sowie auch das Investment in IBM, einige Jahre zuvor) die Denkweise vieler Value Investoren geprägt. Aber Unternehmen wie Apple, Google und Co waren unter einigen Value Investoren bereits vor Buffetts Apple-Investment ein Investitionsobjekt.

Facebook
Leider wurde keine Frage zu Facebook an Buffett gestellt. Dennoch wird auch Facebook unter Value Investoren gerne diskutiert. Was allerdings angemerkt werden muss, ist, dass bei den genannten Tec-Unternehmen das Value Investing immer mehr zu einem Quality Investing wird. Das bedeutet, dass man nicht nur preiswerte Unternehmen auswählt, sondern auch jene, die eine besonders hohe Qualität aufweisen.

Wurde Facebook zu Börsenbeginn von vielen Value Investoren kritisch gesehen (in Bezug auf Gewinn/Umsatz, zukünftiges Wachstum und einer zu hohen Bewertung), hält der bereits zuvor genannte Value Investor Dr. Max Otte ein Investment in einige wenige Tec-Unternehmen (darunter Facebook) durchaus für klug.

Eine umfassendere Analyse von Facebook findet sich zum Beispiel auf www.aktiendepot.com.

Zusammenfassend lässt sich die Frage, warum Value Investoren in Tec-Unternehmen (Apple, Amazon, Google & Co) investieren, dahingehend beantworten, dass die Größe der Unternehmen (= Liquidität und Sicherheit) sowie ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil (den man bei Apple, Amazon, Alphabet (Google) und Co findet) wohl dazu geführt haben, dass diese Unternehmen auch in den Fokus vieler Value Investoren geraten sind und dort für absehbare Zeit auch bleiben werden.

Auf Ihre Börsenerfolge
Ihr Alois Alexander Greiner

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